Hallo, mir scheint das eine sehr tolle Sache zu sein - das Notebook als heute selbstverständliches Werkzeug anzuerkennen und zu nutzen. Ich kenne keine andere Schule, die ein solches Konzept anbietet. Aber andere Schulen haben sicherlich auch gar nicht die Möglichkeit hierzu, weil sie kein ECDL-Konzept haben - und nur diese Kombination kann ja zum Erfolg führen. Eine bessere Berufsvorbereitung in diesem Bereich ist kaum denkbar.
Ich habe allerdings auch noch kritische Fragen: - Werden die Kinder die Geräte nicht in den Pausen zum 'zocken' und Musik runterladen und hören nutzen? - Wird es nicht zu Neidereien zwischen den Schülern wegen unterschiedlicher Notebooks kommen? - Ist es denn sinnvoll, das Tastschreiben mit einem Notebook zu lernen statt mit einer 'richtigen' Tastatur? - Warum wird das teure Microsoft Office eingesetzt und nicht das kostenlose Open Office?
vielen Dank für Ihre Fragen, auf die ich nachfolgend gerne eingehe:
Da unsere Schulordnung die Nutzung von technischen Geräten (Handy, MP3-Player, Notebook, etc.) nicht erlaubt, wenn diese Nutzung vom Lehrer nicht ausdrücklich für unterrichtliche Zwecke gestattet wird, ist eine Nutzung der Notebooks in den Pausen ausgeschlossen.
‚Neidereien’ zwischen den Schülern werden – ähnlich wie bei Kleidungsstücken (z.B. Markenkleidung) – tatsächlich nicht immer auszuschließen sein. Wir als Lehrer sehen es daher als unsere Aufgabe an, dies mit den Schülern zu thematisieren und deutlich zu machen, dass nicht Preis, Farbe oder Leistungsfähigkeit der Notebooks sondern die Bedienfähigkeiten der Nutzer dieser Geräte entscheidend sind. Im Unterricht wird genau dies aber auch ohne große Erklärungen sehr schnell deutlich.
Mit dem Tastschreiben wird ja im Jahrgang 5 in einem der 3 PC-Räume begonnen. Hier werden die Notebooks noch gar nicht mit in die Schule gebracht, so dass in der Schule auf ‚normalen’ Tastaturen getippt wird. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass die oft kleineren und sehr leichtgängigen Notebook-Tastaturen den zehn- bis elfjährigen Schülern mit ihren meist noch relativ kleinen Händen eigentlich sogar entgegenkommen, dass sie also sogar lieber auf Notebooks tippen.
Wir mussten letztes Jahr entscheiden, ob wir von Microsoft Office auf das kostenlose OpenOffice umsteigen. Sehr viel sprach für diese Office-Version – vorwiegend die Kosten für die Eltern und unsere Schule, aber auch die Unterstützung der Verbreitung von OpenOffice. Nach sehr intensiven Recherchen und Diskussionen mussten wir uns letztlich für den Kauf der neuen Microsoft Office-Version (wir setzen nun 2000, XP und 2007 parallel ein) entscheiden, weil nur hierfür zufrieden stellendes weitgehend altersangemessenes Unterrichtsmaterial zur Verfügung steht. Wir setzen vorrangig eine CBT-Software (Lernsoftware) des bitmedia-Verlages ein.
Vielen Dank für Ihre überzeugenden Antworten. Dennoch frage ich mich, wo die Schüler denn ihre Notebooks aufbewahren sollen. Sollen die Geräte in den Pausen den normalen Schultaschen liegen bleiben? Sind da Schließfächer für alle Schüler vorgesehen? Außerdem handelt es sich um nicht unerhebliches zusätzliches Gewicht in der Schultasche.
P.S. Toll, endlich kann man mehr als 500 Zeichen schreiben. Meinen letzten Beitrag musste ich splitten, kürzen und warten bis ein Folgebeitrag möglich war.
Ja, die Notebooks sind in den Schultaschen. Diese bleiben in den Pausen in den abgeschlossenen Klassenräumen. Nur in Ausnahmesituationen (z.B. in der Pause vor dem Sportunterricht, wenn nach diesem Schulschluss ist), werden die Taschen mit den Notebooks mit in die Pause genommen. Genauso wie bei den Musikinstrumenten wird für diese Pausen ein 'Aufpassdienst' der Schüler eingerichtet. Die Taschen werden dann gesammelt an einer verabredeten Stelle im Gebäude abgestellt. Die Erfahrungen damit (Musikinstrumente) sind bisher gut.
Schließfächer sind in der Schule zwar vorhanden, jedoch ist deren Nutzung bei der o.g. Vorgehensweise nicht notwendig.
Das Gewichtsproblem kann leider nicht vollständig gelöst werden. Jedoch haben wir mit Maßnahmen wie dem gemeinsamen Nutzen von Büchern an den Zweiertischen gute Erfahrungen gemacht. Beim Kauf des Notebooks bleibt aber dennoch weniger die Leistungsfähigkeit (wenig ressourcenintensive Anwendungen in der Schule) als vielmehr das Gewicht entscheidendes Kriterium. Ggf. kann man auch einen Akku für zu Hause und einen für die Schule haben, der dort verbleibt.
Wie aus der Konzeptbeschreibung hervorgeht, wird das Notebook auch nicht zwangsläufig täglich eingesetzt. Ähnlich wie bei Schulbüchern kann mit den Lehrern abgesprochen werden, ob das Mitbringen der Notebooks in der Folgestunde nötig ist und falls ja, ob ein Notebook für 2 Schüler ausreichend ist, was natürlich immer einsatzabhängig ist.
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mir scheint das eine sehr tolle Sache zu sein - das Notebook als heute
selbstverständliches Werkzeug anzuerkennen und zu nutzen. Ich kenne keine andere Schule, die ein solches Konzept anbietet. Aber andere Schulen haben sicherlich auch gar nicht die Möglichkeit hierzu, weil sie kein ECDL-Konzept haben - und nur diese Kombination kann ja zum Erfolg führen. Eine bessere Berufsvorbereitung in diesem Bereich ist kaum denkbar.
- Werden die Kinder die Geräte nicht in den Pausen zum 'zocken' und Musik
runterladen und hören nutzen?
- Wird es nicht zu Neidereien zwischen den Schülern wegen unterschiedlicher
Notebooks kommen?
- Ist es denn sinnvoll, das Tastschreiben mit einem Notebook zu lernen statt mit
einer 'richtigen' Tastatur?
- Warum wird das teure Microsoft Office eingesetzt und nicht das kostenlose Open
Office?
vielen Dank für Ihre Fragen, auf die ich nachfolgend gerne eingehe:
Da unsere Schulordnung die Nutzung von technischen Geräten (Handy, MP3-Player, Notebook, etc.) nicht erlaubt, wenn diese Nutzung vom Lehrer nicht ausdrücklich für unterrichtliche Zwecke gestattet wird, ist eine Nutzung der Notebooks in den Pausen ausgeschlossen.
‚Neidereien’ zwischen den Schülern werden – ähnlich wie bei Kleidungsstücken (z.B. Markenkleidung) – tatsächlich nicht immer auszuschließen sein. Wir als Lehrer sehen es daher als unsere Aufgabe an, dies mit den Schülern zu thematisieren und deutlich zu machen, dass nicht Preis, Farbe oder Leistungsfähigkeit der Notebooks sondern die Bedienfähigkeiten der Nutzer dieser Geräte entscheidend sind. Im Unterricht wird genau dies aber auch ohne große Erklärungen sehr schnell deutlich.
Mit dem Tastschreiben wird ja im Jahrgang 5 in einem der 3 PC-Räume begonnen. Hier werden die Notebooks noch gar nicht mit in die Schule gebracht, so dass in der Schule auf ‚normalen’ Tastaturen getippt wird. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass die oft kleineren und sehr leichtgängigen Notebook-Tastaturen den zehn- bis elfjährigen Schülern mit ihren meist noch relativ kleinen Händen eigentlich sogar entgegenkommen, dass sie also sogar lieber auf Notebooks tippen.
Wir mussten letztes Jahr entscheiden, ob wir von Microsoft Office auf das kostenlose OpenOffice umsteigen. Sehr viel sprach für diese Office-Version – vorwiegend die Kosten für die Eltern und unsere Schule, aber auch die Unterstützung der Verbreitung von OpenOffice. Nach sehr intensiven Recherchen und Diskussionen mussten wir uns letztlich für den Kauf der neuen Microsoft Office-Version (wir setzen nun 2000, XP und 2007 parallel ein) entscheiden, weil nur hierfür zufrieden stellendes weitgehend altersangemessenes Unterrichtsmaterial zur Verfügung steht. Wir setzen vorrangig eine CBT-Software (Lernsoftware) des bitmedia-Verlages ein.
Viele Grüße
Sebastian Klaffer
P.S. Toll, endlich kann man mehr als 500 Zeichen schreiben. Meinen letzten Beitrag musste ich splitten, kürzen und warten bis ein Folgebeitrag möglich war.
Schließfächer sind in der Schule zwar vorhanden, jedoch ist deren Nutzung bei der o.g. Vorgehensweise nicht notwendig.
Das Gewichtsproblem kann leider nicht vollständig gelöst werden. Jedoch haben wir mit Maßnahmen wie dem gemeinsamen Nutzen von Büchern an den Zweiertischen gute Erfahrungen gemacht. Beim Kauf des Notebooks bleibt aber dennoch weniger die Leistungsfähigkeit (wenig ressourcenintensive Anwendungen in der Schule) als vielmehr das Gewicht entscheidendes Kriterium. Ggf. kann man auch einen Akku für zu Hause und einen für die Schule haben, der dort verbleibt.
Wie aus der Konzeptbeschreibung hervorgeht, wird das Notebook auch nicht zwangsläufig täglich eingesetzt. Ähnlich wie bei Schulbüchern kann mit den Lehrern abgesprochen werden, ob das Mitbringen der Notebooks in der Folgestunde nötig ist und falls ja, ob ein Notebook für 2 Schüler ausreichend ist, was natürlich immer einsatzabhängig ist.